Feuerlöscher in Arbeitsstätten

Ein Feuerlöscher ist ein tragbares Kleinlöschgerät mit einer Gesamtmasse von maximal 20 Kilogramm. Er dient dem Ablöschen von Klein- und Entstehungsbränden und enthält Löschmittel, das durch gespeicherten oder bei Inbetriebnahme erzeugten Druck ausgestoßen wird.

Infos zu Grundlagen, Anzahl und Platzierungen

Die in einem Feuerlöscher verwendeten Löschmittel sind auf Grund ihrer Löschwirkung für bestimmte Arten von Bränden geeignet, die in Brandklassen eingeteilt sind. Die Brandklassen, für die ein Feuerlöscher geeignet ist, sind auf jedem Feuerlöscher angegeben und mit Piktogrammen abgebildet und durch die Buchstaben A, B, C, D und F abgekürzt. Aus der Eignung eines Feuerlöschers für bestimmte Brandklassen leitet sich auch häufig der umgangssprachliche Name ab, so ist beispielsweise ein ABC-Löscher für die Brandklassen A, B und C geeignet

Brandklassen nach DIN EN2:2005-01

Brandklassen nach DIN EN2:2005-01

Als Grundlage zur Auswahl der richtigen Feuerlöscher ist die jeweilige Baugenehmigung dem ggf. gültigem Brandschutzkonzept und/ oder die ASR A2.2. zu beachten.

Unterschieden wird zwischen drei Arten von Feuerlöschern:

Der Aufladelöscher, der aus zwei Behältern (Löschmittel- und Treibgasbehälter) die also getrennt voneinander sind und erst durch Aktivierung (z.B. eines Schlagknopfes) strömt das Treibmittel in den Löschmittelbehälter. Dann erst ist der Feuerlöscher aktiviert und kann genutzt werden.  Aufladelöscher besitzen eine Lebensdauer von bis zu 25 Jahren (regelmäßige Wartung vorausgesetzt). Außerdem wird ihnen eine höhere Zuverlässigkeit im Vergleich zu Dauerdrucklöschern zugeschrieben. Die Anschaffungskosten sind etwas höher, dafür kann der Feuerlöscher einfacher gewartet werden, was wiederum die Instandhaltungskosten verringert.

Der Dauerdruck- oder Permanentlöscher, bei dem sich das Löschmittel und Treibgas permanent zusammen im Löschmittelbehälter befinden und somit einen dauerhaften Druck auf das Löschmittel ausübt, daher ist keine Aktivierung (durch z.B. Schlagknopf) notwendig. Vorteil dieser Bauweise ist der geringe technische Aufwand, weshalb diese Löscher zur preisgünstigen Standardklasse gehören. Nachteil ist, dass der Löschmittelbehälter ständig unter Druck steht (untersteht somit der Druckbehältergesetzgebung). Dadurch besteht die Gefahr, dass durch geringe Undichtigkeiten am Löscher (sogenannte Schleichgase) das Treibgas unbemerkt entweicht und der Löscher damit funktionsunfähig wird. Ebenso beträgt die Lebenserwartung in etwa 20 Jahre (regelmäßige Wartung vorausgesetzt) und Wartungskosten sind aufgrund der verwendeten Technik etwas höher als bei Aufladelöschern.

In der Regel unterliegt es Ihrer persönlichen Entscheidung (Kosten / Nutzen) ob Auflade- oder Dauerdrucklöscher verwendet werden.

Der Gaslöscher, bei denen das Löschmittel (Kohlenstoffdioxid, CO2) gleichzeitig das Treibmittel ist. Er wird eingesetzt zum Löschen von besonders schützenswerten Anlagen (z.B. Servern) oder Starkstromanlagen. Dieser Sonderlöscher wird in der Berechnung nicht mit den zur Grundausstattung geforderten Löschmitteleinheiten einbezogen.

Kennzeichnung auf Feuerlöschern

Feuerlöscher besitzen nach EN 3-5 fünf Schriftfelder:

  • Das Wort Feuerlöscher, die Füllmenge, Art des Löschmittels und dessen Löschvermögen.
  • Die Bedienungsanleitung in Schriftform und als Piktogramm, ebenso die Brandklassen für die der Feuerlöscher geeignet ist.
  • Ein Warnhinweis für den Gebrauch bei elektrischen Anlagen.
  • Die Beschreibung des Löschmittels, des Treibmittels, des Funktionsbereiches, Nummer der Anerkennung und Typenbezeichnung.
  • Angaben zum Hersteller.

Grundausstattung mit Feuerlöscheinrichtungen                                                                                                               

(Sinngemäß der z.Z. gültigen ASR A2.2)

Der Arbeitgeber hat Feuerlöscheinrichtungen nach Art und Umfang der im Betrieb vorhandenen brennbaren Stoffe, der Brandgefährdung und der Grundfläche der Arbeitsstätte in ausreichender Anzahl bereitzustellen. In allen Arbeitsstätten ist für die Grundausstattung die für einen Bereich erforderliche Anzahl von Feuerlöschern mit dem entsprechenden Löschvermögen für die Brandklassen A und B, ausgehend von der Grundfläche (Summe der Grundflächen aller Ebenen) der Arbeitsstätte gemäß der jeweiligen Tabelle die erforderlichen Löschmitteleinheiten zu ermitteln.

Löschmitteleinheiten in Abhängigkeit von der Grundfläche der Arbeitsstätte

(am Beispiel einer normalen Brandgefährdung)

 

Grundfläche bis … m2 Löschmitteleinheiten [LE]
50 6
100 9
200 12
300 15
400 18
500 21
600 24
700 27
800 30
900 33
1000 36
je weitere 250 + 6

Für die Grundausstattung werden im Regelfall nur Feuerlöscher angerechnet, die jeweils über mindestens 6 Löschmitteleinheiten (LE) verfügen.

Beispiel: Büroetage mit 12 Einzelbüros, Brandklasse: A

Grundfläche: 538 m2

Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung: normale Brandgefährdung

Grundausstattung mit Feuerlöschern gemäß Tabelle:

Die Tabelle ergibt bis 600 m224 LE.

Als Grundausstattung wären hier insgesamt 24 LE erforderlich, sodass bei mindestens 6 LE je Feuerlöscher 4 Feuerlöscher erforderlich wären. Aktuell verfügbare Schaumlöscher haben 9 LE, wonach sich rechnerisch 3 notwendige Feuerlöscher ergeben würden, ggf. kann die tatsächliche Anzahl der benötigten Feuerlöscher höher sein, da die tatsächliche Laufweglänge zum nächsten Feuerlöscher nicht mehr als 20 m. betragen darf (siehe nachfolgende Anforderungen).

Anforderungen an die Bereitstellung von Feuerlöscheinrichtungen

Der Arbeitgeber hat sicherzustellen, dass in Arbeitsstätten:

  • Feuerlöscher gut sichtbar und leicht erreichbar angebracht sind,
  • Feuerlöscher vorzugsweise in Fluchtwegen, im Bereich der Ausgänge ins Freie, an den Zugängen zu Treppenräumen oder an Kreuzungspunkten von Verkehrswegen/Fluren angebracht sind,
  • die Entfernung von jeder Stelle zum nächstgelegenen Feuerlöscher nicht mehr als 20 m. (tatsächliche Laufweglänge) beträgt, um einen schnellen Zugriff zu gewährleisten,
  • Feuerlöscher vor Beschädigungen und Witterungseinflüssen geschützt aufgestellt sind, z.B. durch Schutzhauben, Schränke, Anfahrschutz; dies kann z.B. bei Tankstellen, in Tiefgaragen oder nicht allseitig umschlossenen baulichen Anlagen erforderlich sein,
  • Feuerlöscher so angebracht sind, dass diese ohne Schwierigkeiten aus der Halterung entnommen werden können; für die Griffhöhe haben sich 0,80 m bis 1,20 m. als zweckmäßig erwiesen,
  • die Standorte von Feuerlöschern durch das Brandschutzzeichen F001 „Feuerlöscher“ entsprechend ASR A1.3 „Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung“ gekennzeichnet sind. In unübersichtlichen Arbeitsstätten ist der nächstgelegene Standort eines Feuerlöschers gut sichtbar durch das Brandschutzzeichen
  • F001 „Feuerlöscher“ in Verbindung mit einem Zusatzzeichen „Richtungspfeil“ anzuzeigen. Besonders in lang gestreckten Räumen oder Fluren sollen Brandschutzzeichen in Laufrichtung jederzeit erkennbar sein, z. B. durch den Einsatz von Fahnen- oder Winkelschildern,
  • die Erkennbarkeit der notwendigen Brandschutzzeichen auf Fluchtwegen ohne Sicherheitsbeleuchtung durch Verwendung von langnachleuchtenden Materialien entsprechend ASR A1.3 erhalten bleibt und
  • die Standorte der Feuerlöscheinrichtungen in den Flucht- und Rettungsplan entsprechend ASR A2.3 „Fluchtwege und Notausgänge, Flucht- und Rettungsplan“ aufgenommen sind.

!!! Wir empfehlen auch für den Privaten Gebrauch einen Feuerlöscher mit mindestens 6LE je Etage vorzuhalten. !!!

Für weitere detailliertere Informationen ist die ASR A2.2. hinzuzuziehen.

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